Turnaround. Stillstand. Revision. Ein Geschäft.
Kaum eine Branche nennt ihr wichtigstes Ereignis so unterschiedlich. Hier steht, wie wir die Begriffe verwenden – klar und ohne Fachchinesisch.
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- Begriffe aus der täglichen Arbeit
- 5 Wörter
- für dieselbe Sache: Turnaround, TAR, Stillstand, Revision, Abstellung
- seit 2005
- Erfahrung, aus der die Definitionen stammen
Ein Ereignis, viele Namen – so verwenden wir sie
Turnaround, Stillstand, Revision, TAR, Abstellung: Die Branche meint fast immer dasselbe und sagt es fünffach verschieden. Damit wir dieselbe Sprache sprechen, steht hier, wie ep-cm die Begriffe verwendet – dazu jeder Fachbegriff, der auf unseren Seiten vorkommt, nach Themen geordnet.
Stillstand und Turnaround12 Begriffe
- Turnaround (TAR)auch: TAR · Shutdown · Großstillstand
Der geplante Gesamtstillstand einer Anlage für Prüfung, Instandhaltung und Projekte. Turnaround, Shutdown, Revision, Generalrevision, Großstillstand, Abstellung und Anlagenstillstand werden in der Praxis oft gleichbedeutend verwendet, in Kraftwerken auch Outage; welcher Begriff gilt, hängt meist vom Unternehmen und vom Standort ab. Die Planung und Steuerung heißt Turnaround Management. Bei ep-cm eines von zwei gleichrangigen Leistungsfeldern – das andere sind die Investitionsprojekte.
- Stillstand / Anlagenstillstand
Das deutsche Wort für den Turnaround; wir verwenden beide gleichwertig. Die Vorbereitung heißt entsprechend Stillstandsplanung, die Durchführung Stillstandsabwicklung.
- Revision / Generalrevisionauch: Großrevision · Outage
Wird meist gleichbedeutend mit Turnaround verwendet; die Planung und Steuerung heißt dann Revisionsmanagement. Im Kraftwerk spricht man von Kraftwerksrevision oder Outage.
- Abstellungauch: Teilabstellung
Wird oft gleichbedeutend mit Turnaround oder Revision verwendet, häufig auch für kürzere oder Teil-Stillstände einzelner Anlagenteile. Planungslogik und Rollen sind dieselben wie im großen Turnaround – nur der Maßstab ist kleiner.
- Stillstandsfensterauch: Revisionsfenster
Der Zeitraum, in dem eine Anlage für den Stillstand außer Betrieb ist – vom Abfahren bis zum Wiederanfahren. Er wird lange vorher festgelegt, oft nach Markt, Lieferverpflichtungen oder Saison, und lässt sich kaum verschieben. Alles, was im Stillstand geschehen soll, muss in dieses Fenster passen.
- TAR-Organisationauch: Turnaround-Organisation · Stillstandsorganisation
Das Team, das einen Stillstand vorbereitet und durchführt – vom Turnaround-Manager über Scope, Planung, Einkauf und HSE bis zu den Koordinatoren in der Anlage. Wie gut diese Organisation aufgestellt ist, misst der TAR-Check.
- Turnaround-Managerauch: TAR-Manager · Stillstandsleitung
Die führende Rolle der Turnaround-Organisation – von der Definitionsphase bis zu Closeout und Lessons Learned. Sie berichtet an den Betreiber, nicht an ein ausführendes Gewerk.
- Readiness-Gateauch: Readiness-Review
Ein festgelegter Prüfpunkt in der Vorbereitung eines Stillstands. Am Gate wird anhand vorher vereinbarter Kriterien entschieden, ob die Vorbereitung weit genug ist, um in die nächste Phase zu gehen – etwa vor dem Scope-Freeze, vor der Vergabe oder vor der Freigabe der Arbeitspakete.
- Gewerkauch: Fachgewerk
Eine ausführende Fachrichtung, etwa Gerüstbau, Isolierung, Rohrleitungsbau, Apparatebau oder Elektrotechnik – und meist auch die Firma, die sie ausführt. Im Stillstand arbeiten viele Gewerke gleichzeitig auf engem Raum; sie aufeinander abzustimmen ist die Aufgabe der Ausführungskoordination.
- Kontraktor / Fremdfirmaauch: Auftragnehmer · Contractor
Ein Unternehmen, das im Auftrag des Betreibers in der Anlage arbeitet. In einem großen Stillstand sind viele Kontraktoren gleichzeitig vor Ort; ihre Mitarbeitenden werden vor dem ersten Arbeitstag eingewiesen und während der Arbeiten koordiniert.
- Anfahren und Inbetriebnahmeauch: Start-up · Commissioning · Wiederinbetriebnahme
Anfahren heißt, eine Anlage nach dem Stillstand Schritt für Schritt wieder in Betrieb zu nehmen, bis sie stabil produziert. Bei einer neuen oder umgebauten Anlage spricht man von Inbetriebnahme. In beiden Fällen zeigt sich hier, wie sauber vorbereitet und ausgeführt wurde.
- Closeout und Lessons Learnedauch: Projektabschluss
Der Abschluss eines Stillstands oder Projekts: Restpunkte abarbeiten, Dokumentation übergeben, Kosten abrechnen – und auswerten, was gut lief und was nicht. Die Lessons Learned fließen in die Vorbereitung des nächsten Vorhabens ein.
Umfang, Planung und Steuerung10 Begriffe
- Scope und Scope-Freezeauch: Arbeitsumfang
Der Arbeitsumfang des Stillstands – und der Stichtag, ab dem er eingefroren wird. Der Freeze ist der wichtigste Stichtag der Vorbereitung: Jede späte Ergänzung des Umfangs kostet Vorlauf, Material und Terminpuffer.
- Scope-Philosophieauch: Scope-Regeln
Die Regeln, nach denen mit dem Arbeitsumfang umgegangen wird: unter welchen Kriterien eine Position überhaupt aufgenommen wird, wie sie bewertet wird und wer darüber entscheidet. Sie steht am Anfang der Stillstandsplanung – vor dem Sammeln und lange vor dem Freeze. Ohne sie wird später jede Position einzeln verhandelt.
- Scope-Challengeauch: Challenge-Workshop
Die kritische Prüfung jeder angemeldeten Position: Muss sie in diesen Stillstand, oder geht sie im laufenden Betrieb, im nächsten Stillstand oder gar nicht? Geprüft wird nach den Regeln der Scope-Philosophie, gemeinsam mit Betrieb, Instandhaltung und Technik.
- Mehrungauch: Zusatzumfang · Zusatzbefund
Arbeit, die erst während des Stillstands dazukommt – meist, weil beim Öffnen eines Apparats ein Schaden sichtbar wird, der vorher nicht bekannt war. Mehrungen lassen sich nicht ganz vermeiden, aber einplanen: mit einem festen Weg, wie sie bewertet, freigegeben und in den Terminplan eingesteuert werden.
- Arbeitspaketauch: Jobkarte
Die ausführungsreife Beschreibung einer Einzelmaßnahme mit Tätigkeiten, Material, Gerüst, Freigaben, Prüfschritten und allem Weiteren, was die Ausführung braucht – auch Jobkarte genannt. Sie ist die Basis für Terminplanung, Ressourcenbedarf und Fortschrittsmessung. Gute Arbeitspakete sind der Unterschied zwischen einem Plan und Papier.
- Netzplan / vernetzter Terminplanauch: dynamischer Terminplan
Ein Terminplan, in dem jeder Vorgang mit seinen Vorgängern und Nachfolgern verknüpft ist. Verschiebt sich ein Vorgang, rechnet der Plan die Folgen für alle anderen mit – deshalb dynamisch. Nur ein vernetzter Plan zeigt den kritischen Pfad.
- Kritischer Pfad und Pufferauch: Critical Path · Float
Die längste Kette voneinander abhängiger Vorgänge bis zum Endtermin. Ihre Vorgänge haben keinen Puffer (englisch Float): Verzögert sich einer davon, verzögert sich das Ende. Alle anderen Vorgänge haben Puffer – sie dürfen sich verschieben, ohne den Endtermin zu gefährden, bis der Puffer aufgebraucht ist.
- Float Based Prioritizationauch: Priorisierung nach Puffer
Die eigene Methode von ep-cm, die Reihenfolge der Arbeiten im Stillstand aus dem verfügbaren Puffer abzuleiten: Wer am wenigsten Puffer hat, kommt zuerst. Die Rangfolge wird mit jeder Schicht neu bestimmt – sie kommt aus dem Terminplan, nicht aus Gewohnheit.
- Exakte Fortschrittsmessungauch: Fortschrittserfassung
Der Fortschritt jedes Vorgangs wird objektiv gemessen – an vorher festgelegten Zwischenschritten, nicht nach Gefühl oder reiner Selbstauskunft. Im Stillstand geschieht das in jeder Schicht; so wird eine Abweichung sichtbar, solange noch Zeit zum Gegensteuern ist.
- Schnittstellenmanagementauch: Interface Management
Die Steuerung aller Übergaben zwischen Beteiligten, Gewerken und Bauabschnitten: Wer liefert wem was bis wann? Viele Verzögerungen entstehen nicht innerhalb einer Disziplin, sondern zwischen zweien.
Sicherheit und Qualität7 Begriffe
- HSE / HSEQauch: Health, Safety, Environment · EHS · SHE
Health, Safety and Environment – Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz; mit Q für Quality auch HSEQ. Im Stillstand steht HSE an erster Stelle, weil viele Menschen und Firmen gleichzeitig in einer Anlage arbeiten, die sonst unter Druck und Temperatur läuft.
- Isolationsmanagementauch: Freischaltung · Lockout/Tagout
Das geordnete Trennen einer Anlage oder eines Anlagenteils von Energie und Medien, bevor daran gearbeitet wird: absperren, entleeren, entspannen, sichern und dokumentieren. Erst danach wird die Arbeitserlaubnis erteilt – deshalb steht das Isolationsmanagement im Terminplan und nicht daneben.
- Steckscheibeauch: Blindscheibe · Steckblind
Eine Metallscheibe, die zwischen zwei Flansche gesetzt wird und eine Rohrleitung sicher absperrt. Mit dem Setzen der Steckscheiben ist ein Anlagenteil vom Rest getrennt, und die Arbeiten können beginnen; vor dem Anfahren werden sie wieder gezogen. Jede einzelne wird in einer Liste geführt, damit keine vergessen wird.
- Arbeitserlaubnis / Arbeitsfreigabeauch: Erlaubnisschein · Permit to Work
Die schriftliche Freigabe, an einer bestimmten Stelle der Anlage eine bestimmte Arbeit auszuführen. Sie wird erst erteilt, wenn der Anlagenteil gesichert ist und die Schutzmaßnahmen stehen. Im Stillstand werden sehr viele davon gebraucht – sie müssen rechtzeitig vorliegen, sonst stehen die Arbeiten.
- QA/QCauch: Qualitätssicherung · Qualitätskontrolle
Quality Assurance und Quality Control: Die Qualitätssicherung legt fest, wie geprüft wird, die Qualitätskontrolle prüft das Ergebnis – etwa Schweißnähte, Druckproben und Dokumentation. Die Prüfschritte gehören deshalb in jedes Arbeitspaket.
- Qualifizierung (GMP)auch: IQ/OQ/PQ · Anlagenqualifizierung
In der Pharmaindustrie der dokumentierte Nachweis, dass eine Anlage nach den Regeln der Good Manufacturing Practice (GMP) richtig installiert ist, funktioniert und das vorgesehene Ergebnis liefert – in drei Stufen: IQ, OQ und PQ. Jede Änderung läuft über die Change Control und kann eine Requalifizierung auslösen. ep-cm steuert diese Schritte im Terminplan; die Qualifizierung selbst bleibt bei der Qualitätsorganisation des Betreibers.
- Fremdfirmen-Onboardingauch: Kontraktoren-Onboarding · Contractor Onboarding
Alles, was geschehen muss, bevor die Mitarbeitenden einer Fremdfirma in der Anlage arbeiten dürfen: Registrierung, Nachweise, Sicherheitsunterweisung, Prüfung und Zutritt. Vor einem großen Stillstand betrifft das sehr viele Menschen in kurzer Zeit.
Analyse und Bewertung5 Begriffe
- Self-Assessmentauch: Selbsteinschätzung
Die strukturierte Selbsteinschätzung einer Organisation anhand fester Fragen. Im TAR-Check beantwortet jede Gruppe des Teams die Fragen zu ihren eigenen Themen – danach prüfen ep-cm-Fachleute das Bild vor Ort.
- Benchmarkingauch: Branchenvergleich
Der Vergleich der eigenen Ergebnisse mit anderen: mit dem Durchschnitt der Branche und mit Good und Best Practice, also dem, was gut beziehungsweise am besten aufgestellte Organisationen erreichen. Erst der Vergleich zeigt, ob ein Wert gut ist oder nur gewohnt.
- Evolutionsgradauch: Reifegrad · Entwicklungsstufe
Wie weit eine Organisation in einem Thema entwickelt ist – von ersten, eher zufälligen Abläufen bis zu festen, gelebten Standards. Der TAR-Check bestimmt ihn je Analyse-Element; die Empfehlungen setzen genau auf dieser Stufe an.
- IPA-Reviewauch: Independent Project Analysis · externes Projekt-Review
Eine unabhängige Bewertung eines Investitionsprojekts durch Independent Project Analysis (IPA), die Projekte mit einer großen Vergleichsdatenbank abgleicht – meist an den Entscheidungstoren der Frühphase. Wer dort einen Terminplan vorlegt, sollte ihn vorher prüfen lassen, am besten acht bis zehn Wochen vorher.
- DCMA-Kriterienauch: DCMA 14-Point Assessment
Vierzehn anerkannte Prüfpunkte für die Qualität eines Terminplans, ursprünglich von der US-Behörde Defense Contract Management Agency entwickelt – etwa Vorgänge ohne Nachfolger, harte Randbedingungen oder negativer Puffer. Der SMI baut darauf auf und prüft insgesamt 35 Kriterien.
Projekte, Kosten und Verträge16 Begriffe
- FEL (Front End Loading)auch: Frühphasenplanung
Die strukturierte Frühphase eines Investitionsprojekts, gestuft in FEL 1 bis FEL 3 mit einem Entscheidungstor am Ende jeder Stufe. Mit jeder Stufe wird die Kostenschätzung genauer und die Änderung teurer – deshalb entscheidet sich hier, wie belastbar ein Projekt später ist.
- Projektleitungauch: Projektleitung auf Zeit
Die Gesamtverantwortung für ein Projekt: Organisation aufbauen, Ressourcen bereitstellen, im Namen des Auftraggebers verhandeln, entscheiden und durchsetzen. Übernimmt ep-cm diese Rolle, liegen die delegierbaren Bauherrenfunktionen auf Zeit bei uns.
- Project Controls / Projektsteuerungauch: Projektcontrolling
Der Oberbegriff für Terminplanung, Cost Controlling und Document Controlling – der technisch-wirtschaftliche Teil des Projektmanagements: Termine, Kosten, Dokumente und Fortschritt werden geplant, überwacht und gesteuert, die Leitung bleibt beim Auftraggeber. International „Project Controls“, im deutschen Sprachraum „Projektsteuerung“.
- Kostenschätzung und Bandbreiteauch: Kostenbandbreite · Cost Estimate
Jede Kostenschätzung hat eine Bandbreite – den Bereich, in dem die tatsächlichen Kosten mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen. Je früher im Projekt, desto breiter ist sie; die AACE-Klassen beschreiben, welche Genauigkeit in welcher Phase realistisch ist. CAPEX steht für die Investitionsausgaben eines Projekts.
- Cost Controllingauch: Kostensteuerung · Kostencontrolling
Die laufende Steuerung der Projektkosten: Budget, Ist-Kosten und Prognose gegenüberstellen, Abweichungen früh zeigen und Gegenmaßnahmen anstoßen. Einer der drei Bausteine der Project Controls, neben der Terminplanung und dem Document Controlling.
- Earned Valueauch: Earned Value Management · Leistungswert
Eine Kennzahlenmethode, die Kosten und Fortschritt zusammen betrachtet: Wie viel Leistung wurde für das ausgegebene Geld tatsächlich erbracht? Daraus lässt sich hochrechnen, was das Projekt am Ende kosten wird – der EAC (Estimate at Completion).
- Document Controllingauch: Dokumentenlenkung · Dokumentsteuerung · Dokumenten-Controlling
Die geordnete Führung aller Projektdokumente – Zeichnungen, Berechnungen, Prüfberichte – mit Version, Status und Freigabe. Es sorgt dafür, dass alle mit dem gültigen Stand arbeiten und am Ende eine vollständige Dokumentation übergeben wird.
- FTEauch: Vollzeitäquivalent · Full-Time Equivalent
Eine Rechengröße für Arbeitskapazität: 1,0 FTE entspricht einer Vollzeitstelle, 0,5 FTE einer halben. Bei Project Controls on demand wird der Bedarf in FTE bemessen – je Phase so viel, wie das Projekt gerade braucht.
- Revampauch: Umbau · Ertüchtigung
Der Umbau einer bestehenden Anlage, um mehr Kapazität, bessere Effizienz oder ein anderes Produkt zu erreichen. Vieles wird im laufenden Betrieb vorbereitet und im Stillstand angebunden – ein Revamp verbindet Projekt und Turnaround.
- Anbindung (Tie-in)
Der Anschluss eines neuen Anlagenteils an den Bestand. Er geht meist nur im Stillstand – dieser eine Termin liegt oft Jahre vorher fest und zieht die gesamte Projektplanung hinter sich her.
- Technologietransferauch: Tech-Transfer · Prozesstransfer
In der Pharmaindustrie die Übertragung eines Herstellprozesses – aus der Entwicklung in die Produktion oder von einem Standort an einen anderen. Dazu gehören die Anpassung der Anlage, Qualifizierung, Validierung und die Nachweise, die die Zulassung verlangt. Ein Transfer ist ein eigenes Vorhaben mit eigenem Terminplan.
- Bauleitung / Construction Managementauch: Bauüberwachung
Die Führung der Ausführung auf der Baustelle: Arbeiten koordinieren, Sicherheit und Qualität überwachen, Fortschritt erfassen, Abnahmen vorbereiten. Construction Management ist der internationale Begriff dafür.
- Restpunktauch: nicht erledigte Punkte · Punchlist-Punkt
Ein bei der Abnahme noch nicht erledigter Punkt – ein Mangel oder eine Nacharbeit. A-Punkte verhindern die Inbetriebnahme, B- und C-Punkte werden danach abgearbeitet. Eine kurze Liste ist das Ergebnis von Disziplin während der Ausführung, nicht von Nachsicht am Ende.
- Claim / Nachtragauch: Nachtragsforderung · Mehrkostenforderung
Die im Vertrag vorgesehene Antwort auf Mehrungen, Behinderungen und Änderungen – für beide Vertragsseiten. Entscheidend ist eine Dokumentation ab Tag eins, mit der sich jeder Nachtrag sachlich prüfen lässt.
- Vertragsmanagementauch: Contract Management · Vertragscontrolling
Der vorbeugende Teil des Vertrags- und Claims Managements: vor der Vergabe das Leistungssoll schärfen und Risiken bewusst verteilen, im Projekt Pflichten, Fristen und Anordnungsbefugnisse in einem Register führen und Abweichungen früh erkennen. Claim Management setzt darauf auf.
- Arbeitnehmerüberlassungauch: ANÜ · Personalüberlassung
Fachkräfte arbeiten auf Zeit in der Organisation eines anderen Unternehmens mit und unter dessen Führung. Geregelt ist das im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG), das dafür eine Erlaubnis verlangt – ep-cm hat sie.
Anlagen und Branchen9 Begriffe
- Upstream, Midstream, Downstream
Die drei Stufen der Öl- und Gaswirtschaft: Upstream ist die Förderung, Midstream die Aufbereitung, der Transport und die Speicherung, Downstream die Verarbeitung in der Raffinerie. Auf dieser Website stehen Upstream und Midstream unter Öl & Gas, Downstream unter Raffinerie & Kraftstoffe.
- Steamcrackerauch: Cracker · Ethylenanlage
Die Kernanlage der Petrochemie: In Spaltöfen werden Naphtha oder Gas bei sehr hohen Temperaturen in kleinere Moleküle wie Ethylen und Propylen zerlegt – die Grundstoffe für Kunststoffe und viele Chemikalien. Ein Cracker versorgt meist einen ganzen Verbund; steht er, stehen viele Folgeanlagen mit.
- Coldboxauch: Cold Box
Der isolierte Kern einer Luftzerlegungsanlage, in dem Luft bei sehr tiefen Temperaturen in Sauerstoff, Stickstoff und Argon getrennt wird. Arbeiten an der Coldbox liegen im Stillstand häufig auf dem kritischen Pfad.
- Chemisches Recyclingauch: rohstoffliches Recycling
Verfahren, die Kunststoffabfälle in ihre chemischen Bausteine zerlegen, damit daraus wieder Rohstoffe entstehen – etwa durch Pyrolyse, die Zersetzung unter Hitze ohne Sauerstoff, oder durch Depolymerisation. Viele dieser Anlagen sind die ersten ihrer Art.
- CCS (CO₂-Abscheidung)auch: Carbon Capture and Storage · CCUS
Das Abscheiden von Kohlendioxid aus Abgasen, etwa eines Kraftwerks oder eines Industrieprozesses, um es zu speichern oder weiterzuverwenden. Eine Nachrüstung greift in eine bestehende Anlage ein und bringt eigene Genehmigungs- und Engineering-Anforderungen mit.
- HGÜauch: Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung · HVDC
Die Übertragung großer Strommengen über weite Strecken mit Gleichstrom statt Wechselstrom – verlustärmer und auch als Erdkabel möglich. In Deutschland sind die großen Trassen, die Windstrom aus dem Norden in den Süden bringen, HGÜ-Verbindungen.
- Planfeststellungauch: Planfeststellungsverfahren
Das behördliche Genehmigungsverfahren für große Infrastrukturvorhaben wie Stromtrassen. Es bündelt die nötigen Genehmigungen, beteiligt Öffentlichkeit und Behörden und dauert oft Jahre – deshalb gehört es als eigener Vorgang in den Terminplan.
- Elektrolyseurauch: Elektrolyseanlage
Eine Anlage, die Wasser mit Strom in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Kommt der Strom aus erneuerbaren Quellen, spricht man von grünem Wasserstoff. Große Elektrolyseure sind an ihrem Standort meist die erste Anlage ihrer Art.
- E/MSRauch: EMSR · Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik
Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik – alles, was in einer Anlage Strom führt, misst und regelt. Im Stillstand ein eigenes Gewerk mit eigenen Prüfungen und Freischaltungen.
Sie nennen es Revision.
Wir nennen es Verantwortung.
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